191-11160 vhs.Epoche: Das "lange" 19. Jahrhundert - Teil 2

Beginn Mo., 25.02.2019, 19:30 Uhr - Mo., 03.06.2019, 21:00 Uhr
Kursgebühr 65,00 €
Dauer 7 Termine
Kursleitung Peter Reinhardt
Dr. Waltraud Falardeau
Dr. Fabrizio Brena
Regina M. Fischer M.A.
Dr. Peter Vollbrecht
Matthias Hofmann

Mo., 25.02., 19.30–21.00 Uhr
Regina M. Fischer, Kunsthistorikerin
Die Geburt der Avantgarde
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich in Frankreich, namentlich ausgehend von der Kunstmetropole Paris einige höchst innovative Kunststile.
Gustave Courbet rief den REALISMUS aus, die Maler der sog. SCHULE VON BARBIZON malten erstmals direkt in der Natur. Sie ebneten damit den Weg für die IMPRESSIONISTEN, die nun die Lichtverhältnisse und Farberscheinungen eines bestimmten Augenblicks festhalten wollten.
Maler wie van Gogh, Gauguin, Cézanne, Matisse oder auch der Bildhauer Rodin fanden Ihre individuellen Wege, die jedoch für nachfolgende Generationen zur Inspiration wurden.
Die Kunsthistorikerin Regina M. Fischer stellt die neuen Richtungen vor dem historischen Hintergrund vor, erläutert die Bedeutung der Fotografie für die Entwicklung der Avantgardekunst und stellt die herausragenden Künstlerpersönlichkeiten vor.

Mo., 25.03., 19.30–21.00 Uhr
Dr. Fabrizio Brena
Der Kulturkampf – Machtprobe zwischen Kirche und Staat
Die Bezeichnung “Kulturkampf” wurde 1873 für den Konflikt zwischen dem neugegründeten Deutschen Reich und der Katholischen Kirche in Deutschland geprägt. Nachdem das von Pius IX. berufene Vatikanische Konzil 1870 das Dogma der lehramtlichen Unfehlbarkeit des Papstes ausgesprochen hatte, fürchteten verschiedene europäische Staaten eine Verschiebung der Verhältnisse zwischen Staat und Kirche, besonders in Preußen, Österreich, Italien und der Schweiz. Reichskanzler Bismarck ergriff daher scharfe Maßnahmen gegen kirchliche Behörden und Einrichtungen: sein Verfahren wurde von der liberalen öffentlichen Meinung am Anfang begrüßt, während Bischöfe und Geistlichen, von der katholischen Partei in Deutschland – dem Zentrum – unterstützt, passiven Widerstand dagegen übten. Als die Stimmenzahl des Zentrums in den folgenden Jahren stetig anstieg und die Mehrheit für den Reichskanzler im Reichstag zerbröckelte, brach Bismarck den Kampf sieglos ab, hob die meisten Bestimmungen wieder auf und stellte mit dem neuen, versöhnlicheren Papst Leo XIII. wieder gute Beziehungen her. Obwohl einige der damaligen verabschiedeten Gesetze, wie z. B. die über die Zivilehe und den Kirchenaustritt, dauernde Nachwirkungen hatten, zeigte es sich, dass weder Kirche noch Religion mit autoritären und staatspolizeilichen Mitteln erfolgreich zu erschüttern waren.

Mo., 08.04., 19.30–21.00 Uhr
Peter Reinhardt
Bismarck – Held oder Schuft?
Die deutsche Einigung war überfällig, aber im Grunde unmöglich: wieso sollten die vielen deutschen Einzelstaaten ihre Souveränität aufgeben? – und zu wessen Gunsten? Bismarck löst das unmögliche Problem – aber mit überaus bedenklichen Methoden: drei blutige Kriege bricht er los. Wie können wir ihn bewerten? Held oder Schuft?

Mo., 29.04., 19.30-21.00 Uhr
Dr. Peter Vollbrecht
„Flamme bin ich sicherlich“ – die Wahrheiten und die Irrtümer des Friedrich Nietzsche
“Gott ist tot!”; “Ich lehre euch den Übermenschen!”, “Du gehst zu Frauen? Vergiß die Peitsche nicht!”, - wie kein anderer in der europäischen Tradition hat Nietzsche auf die Werte unseres Kulturkreises eingedroschen. Ein unbändiger Wunsch lebte in ihm, die abendländische Geistesgeschichte auf den Kopf zu stellen und der Welt seinen Willen aufzuzwingen. Doch einsam lebte er, von Krankheiten gequält, beständig auf der Flucht vor den Menschen, und in wahren Rauschzuständen schrieb er seine Werke nieder. Bis ihn an einem Januartage 1889 in Turin der Wahnsinn ereilte.
Nietzsche hat in seiner Einsamkeit zweifellos wertvolle Wahrheiten erschrieben, dafür spricht schon die große Resonanz, die sein Werk bis heute ausgelöst hat. Seine Religionskritik, seine Theorie der Macht, seine psychologische Feinfühligkeit und seine Kunsttheorie sind Meilensteine in der Kulturgeschichte. Ihnen gilt auch unsere Aufmerksamkeit – dabei soll Nietzsches besondere Stellung im Denken der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eigens gewürdigt werden.

Mo., 06.05., 19.30–21.00 Uhr
Dr. Waltraud Falardeau
Realismus und Naturalismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wird vom Realismus und Naturalismus und von den Gattungen Novelle und Roman beherrscht. Im Zentrum steht das Individuum; gesellschaftliche Probleme werden angedeutet, aber das System als Ganzes wird nicht infrage gestellt.
Nach einer Übersicht mit Blick auf etwa Gottfried Keller und Theodor Storm werden wir uns vorrangig Theodor Fontane und seinem Roman „Effi Briest“ widmen. Er lässt eine Zeit lebendig werden, in der feste Rollenverständnisse herrschen, die sich insbesondere auf das weibliche Geschlecht äußerst einengend auswirken.

Mo., 13.05., 19.30-21.00 Uhr
Matthias Hofmann
Der Erste Weltkrieg 1914 – 1918
Als am 28. Juni 1914 ein Serbe in Sarajevo den österreichisch-ungarischen Thronfolger
erschoss, hatte das alte Europa bereits ausgedient. Die Weichen allerorts waren
schon zuvor auf eine neuerliche kriegerische Konfrontation gestellt worden. Nur den
richtigen Auslöser hatte man noch nicht gefunden, um sich endlich gegenseitig von der
eigenen militärischen Unbesiegbarkeit überzeugen zu können. Demzufolge ging man innereuropäisch sehr schnell dazu über, die entstandene Krise nicht diplomatisch, sondern militärisch lösen zu wollen.

Mo., 03.06., 19.30–21.00 Uhr
Dr. Waltraud Falardeau
Jahrhundertwende – Wendung gegen den Naturalismus
Eine Vielzahl von Strömungen kennzeichnet die Literatur zur Jahrhundertwende. Im Wesentlichen geht es um die Wendung gegen den Naturalismus. Das Inhaltliche wird, mit Blick auf die fortschreitende Industrialisierung und die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse, von ausgeprägtem Kulturpessimismus bestimmt (unter dem Einfluss von Schopenhauer und Nietzsche). Häufig spielen Symbole und Bildhaftigkeit eine Rolle, und es werden vermehrt Überlegungen zur Sprache angestellt. Maßgebend in diesem Zusammenhang ist der „Chandos-Brief“ von Hugo von Hofmannsthal mit der Frage, inwieweit sich Realität durch Sprache darstellen lässt.
Als d e r Meister der Sprache in allen ihren Facetten wird der junge Rainer Maria Rilke im Vordergrund stehen.




Kursort

Raum 03

Neckarsteige 1
72622 Nürtingen

Termine

Datum
25.02.2019
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Neckarsteige 1, Nürtingen, Hölderlinhaus, Raum 03
Datum
25.03.2019
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Neckarsteige 1, Nürtingen, Hölderlinhaus, Raum 03
Datum
08.04.2019
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Neckarsteige 1, Nürtingen, Hölderlinhaus, Raum 03
Datum
29.04.2019
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Neckarsteige 1, Nürtingen, Hölderlinhaus, Raum 03
Datum
06.05.2019
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Neckarsteige 1, Nürtingen, Hölderlinhaus, Raum 03
Datum
13.05.2019
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Neckarsteige 1, Nürtingen, Hölderlinhaus, Raum 03
Datum
03.06.2019
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Neckarsteige 1, Nürtingen, Hölderlinhaus, Raum 03