Kultur und Gestalten / Kursdetails

192-11160 vhs.Epoche: Die Weimarer Republik

Beginn Mo., 07.10.2019, 19:30 Uhr - Mo., 03.02.2020, 21:00 Uhr
Kursgebühr 65,00 €
Dauer 7 Termine
Kursleitung Peter Reinhardt
Dr. Waltraud Falardeau
Dr. Fabrizio Brena
Regina M. Fischer M.A.
Dr. Peter Vollbrecht
Matthias Hofmann

Mo., 07.,10.
Peter Reinhardt
Von Versailles zu Hitler
Das Aufkommen der Nationalsozialisten hat vielerlei Ursachen. Aber wir können einen verhängnisvollen Strang mal extra verfolgen: den Umgang in Deutschland mit dem Versailler Vertrag - wie falsche Vorstellungen das Schicksal eines Landes beeinflussen.

Mo., 21.10.,
Regina M. Fischer M.A.
Neue Sachlichkeit
Als NEUE SACHLICHKEIT bezeichnet man einen Stil in der Malerei in der Zeit der Weimarer Republik in deutschsprachigen Ländern. Der Begriff wurde 1925 anlässlich einer stark beachteten Ausstellung nachexpressionistischer Kunst in der Kunsthalle Mannheim von Gustav Friedrich Hartlaub geprägt. Die Neue Sachlichkeit begann unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg mit der Hinwendung vieler Künstler zu sozialkritischen Bildthemen und endete 1933 mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten und nachfolgenden Diffamierung avantgardistischer Kunststile.
Die Kunsthistorikerin Regina M. Fischer steckt den historischen Rahmen ab, erörtert die grundlegenden Merkmale des Stils und stell die herausragenden Vertreter, wie beispielsweise Alexander Kanoldt, Karl Hubbuch, Franz Radziwill, Christian Schad, und Georg Scholz vor.

Mo., 11. 11.
Dr. Waltraud Falardeau
Literatur in der Weimarer Republik
Die zwanziger Jahre waren außerordentlich bunt und vielfältig, auch in der Literatur. Besonders nachgefragt ist der Roman, in den mehr und mehr psychologische Fragen Einzug halten. Reißenden Absatz findet etwa Thomas Manns „Der Zauberberg“. Hermann Hesses „Demian“, „Siddhartha“ oder „Der Steppenwolf“ erscheinen, finden viel Anklang und sind bis heute, gerade bei jungen Menschen, beliebt. Ganz eigene Wege geht Franz Kafka, wenn er das Ausgeliefertsein des Menschen an Mächte - aus dem Umfeld oder aus einer nicht greifbaren Sphäre - schildert. Der Begriff „kafkaesk“ ist mittlerweile weltweit verbreitet, wenn es um Entfremdung und Entmenschlichung in der modernen Welt geht.
Nach einem Blick auf die Literatur der Weimarer Republik soll insbesondere die Bedeutung Kafkas für die deutsche Literatur im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stehen.

Mo., 25.11.
Dr. Fabrizio Brena
Der verfehlte Frieden. Der Völkerbund (1919-1939)
Gegen Ende des ersten Weltkrieges forderte der US-Präsident Woodrow Wilson zur Vermeidung künftiger Konflikte eine über die einzelnen Staaten stehende Gesellschaft freier Völker und versuchte diesen Plan auf der Friedenskonferenz in Versailles 1919 auf der Grundlage seiner 14 Punkte zu verwirklichen. Aber erst nachdem er weitgehende Zugeständnisse in wichtigen Fragen an seine Alliierten gemacht hatte, wurde die Satzung des Völkerbundes (eigentlich League of Nations) in die Friedensverträge aufgenommen. Seine Wirksamkeit wurde entscheidend dadurch gehemmt, dass ausgerechnet die USA den Versailler Vertrag nicht ratifizierten und damit dem Bund fernblieben: außerdem wurden dem besiegten Deutschland und der Sowjetunion der Beitritt anfänglich verweigert. Obwohl dem Völkerbund ein Sanktionsrecht zustand, und dazu ein internationaler ständiger Gerichtshof in Haag ihm zur Seite stand, vermochte er nicht seine Hauptaufgabe der Friedenswahrung zu erfüllen und auch die von ihm eingeleiteten Verhandlungen über die internationale Abrüstung verliefen ergebnislos. Durch den wachsenden Nationalismus in Europa im Laufe der Dreißiger Jahre wurde sein Handlungsspielraum immer geringer, so dass seine Tätigkeit während dem zweiten Weltkrieg vollends lahmgelegt wurde. Trotzdem blieb das Streben nach einer internationalen Friedensordnung vorhanden und führte schließlich zur Gründung der Vereinten Nationen.
Mithilfe von Zeugnissen und Dokumenten werden die Voraussetzungen und Hauptgründe für das Scheitern dieses überstaatlichen politischen Gefüges aus unterschiedlichen Gesichtspunkten erläutert und diskutiert.

Mo.,09.12.
Mathias Hofmann
Hitler - ein charismatischer Verführer?
Wie war es eigentlich dem Politiker Adolf Hitler gelungen eine solche Popularität zu erhalten? Was waren die Grunde dafür, dass viele der Deutschen so beeindruckt waren von seiner Persönlichkeit? Wie hatte er es geschafft ein Volk, trotz enormer Niederlagen und Verluste immer noch hinter sich und seiner Politik zu wissen? Lassen sie uns an Hand einiger Auftritte Hitlers versuchen sein Wesen und seine Intentionen zu hinterfragen.

Mo., 27. 01.
Dr. Peter Vollbrecht
Ludwig Wittgenstein: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“
Exzentrisch war er, rechthaberisch und mit all den sozialen Defekten ausgestattet, an denen es einem Genie nicht mangelt: Ludwig Wittgenstein. In jungen Jahren schrieb er sein Wunderwerk, den Tractatus logico-philosophicus, mit dem er meinte, alle philosophischen Probleme gelöst zu haben. Das sollte er später zwar revidieren, doch nirgendwo sonst ist es ihm so eindrucksvoll gelungen, den Leser an die Grenze zwischen dem Sagbaren und dem Unsagbaren zu führen. „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“ – ein philosophischer Satz von Weltruhm. Was sagt er aus? Man müsse nur dasjenige zur Kenntnis nehmen, was der Tractatus verschweige, meinte Wittgenstein – die Ohrfeige galt der zeitgenössischen Aufnahme seines vielbewunderten, rätselhaften Debuts. Machen wir es also besser und erkunden wir die ‚Nachtseite‘ des Tractatus und knacken wir Wittgensteins Logik des Verschweigens! Sie werden staunen, was da alles aufscheint, von den Verstellungen der Sprache gereinigt: das Ich und ‚meine‘ Welt, Sprache und Gedanke, das gute und das böse Wollen, Wert und Sinn, Philosophie als Tätigkeit und nicht als Lehrsystem… Bringen Sie für diesen philosophischen Abend einfach eine Prise Abenteuerlust mit!

Mo., 03. 02.
Dr. Peter Vollbrecht
Weshalb kommen wir so selten dazu, wir selbst zu sein? Heideggers Analyse des ‘Man’
Man sagt, man genießt, man empört sich – in der großen Manipulationsmaschine des öffentlichen Geredes ist eine neue Macht zur Herrschaft gelangt: die Diktatur des Man. Im Man entlastet sich der Einzelne von der Last der eigenen Existenz, flüchtet in das nivellierende Grau der Durchschnittlichkeit und plappert dort das Gerede nach. In einer berühmten Passage seines Hauptwerkes Sein und Zeit hat Martin Heidegger dieses allzu reale Gespenst der modernen Massengesellschaft einer eingehenden Analyse unterworfen. Beklemmend und hochaktuell, denn irgendwie ist jeder von uns: ein Man. Man kann kaum anders, auch wenn man will. Nur allzu leicht überschätzt man die Souveränität des eigenen Selbst und unterschätzt die Allgegenwart des Man. Düster? Wie entkommt man dem Man? Heidegger macht Vorschläge, Peter Vollbrecht erklärt sie.




Kursort

Raum 101

Kirchstraße 23
72622 Nürtingen

Termine

Datum
07.10.2019
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Kirchstraße 23, Nürtingen, Schloßbergschule, Raum 101
Datum
21.10.2019
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Kirchstraße 23, Nürtingen, Schloßbergschule, Raum 101
Datum
11.11.2019
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Kirchstraße 23, Nürtingen, Schloßbergschule, Raum 101
Datum
25.11.2019
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Kirchstraße 23, Nürtingen, Schloßbergschule, Raum 101
Datum
09.12.2019
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Kirchstraße 23, Nürtingen, Schloßbergschule, Raum 101
Datum
27.01.2020
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Kirchstraße 23, Nürtingen, Schloßbergschule, Raum 101
Datum
03.02.2020
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Kirchstraße 23, Nürtingen, Schloßbergschule, Raum 101