Kultur und Gestalten / Kursdetails

211-11160 vhs.Epoche: Nachkriegszeit und Vorgeschichte der Europäischen Union

Beginn Mo., 10.05.2021, 20:00 Uhr - Mo., 19.07.2021, 21:30 Uhr
Kursgebühr 62,00 €
Dauer 4 Termine
Kursleitung Dr. Peter Vollbrecht
Dr. Waltraud Falardeau
Dr. Fabrizio Brena
Matthias Hofmann
Vera Romeu

Mo., 15.03. und
Mo., 22.03.
Mathias Hofmann M.A.
Auferstanden aus Ruinen. Deutschland zwischen 1945 und 1949
Die Wehrmacht hatte bedingungslos kapituliert, die Stunde Null war gekommenn der Krieg war endlich zu Ende. Wie sollte es nun weitergehen? Große Teile Deutschlands lagen in Tru¨mmern, die Menschen litten große Not und dazu kam noch der Strom von 12 bis 14 Millionen Flu¨chtlingen und Vertriebenen aus dem Osten. Die Alliierten teilten Deutschland unter sich auf und versuchten in den Nürnberger Prozessen über die Schuldigen des Dritten Reichs zu richten und durch die sogenannte Entnazifizierung der nationalsozialistischen Ideologie der Deutschen entgegenzuwirken. Die Teilung Deutschlands in Ost- u dn Westzone mündete in die Gründung zweier Deutscher Staaten: der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratische Republik.
Der Historiker und Orientalist Matthias Hofmann beleuchtet die deutsche Nachkriegsgeschichte an zwei Abenden.

Mo., 10. Mai
Dr. Waltraud Falardeau
„Trümmerliteratur“
Mit Ende des Zweiten Weltkriegs entsteht die sogenannte „Trümmerliteratur“. Zerstörung ist das zentrale Thema, sowohl die der Städte als auch die der menschlichen Träume. „Wir sind die Generation ohne Bindung und Tiefe. Unsere Tiefe ist der Abgrund." sagte Wolfgang Borchert.
In formaler Hinsicht wird diese Literatur vor allem durch den knappen und unpoetischen Stil der amerikanischen Kurzgeschichten geprägt. Eine besondere Rolle spielt die Gruppe 47, später auch das wiedergegründete Pen-Zentrum. Der „Preis der Gruppe 47“ wurde zu einem renommierten Literaturpreis und die Gruppe zur einflussreichen Institution im westdeutschen Kulturbetrieb.
Ab 1949 sprechen wir von der ost- und westdeutschen Literatur. Die antifaschistische und linkspolitische Ausrichtung der ostdeutschen Nachkriegsliteratur zog viele Exilschriftsteller und -schriftstellerinnen an wie etwa Bertolt Brecht, Anna Seghers und Stefan Heym.
Wir wollen uns in dieser Veranstaltung vor allem der Gruppe 47 und einigen bekannten Autoren wie Wolfgang Borchert, Carl Zuckmayer, Heinrich Böll, Ingeborg Bachmann und Berthold Brecht widmen.

14. Juni 2021
Dr. Peter Vollbrecht
Karl Jaspers: Existenzielle Grenzerfahrungen
Nach der Befreiung vom nationalsozialistischen Terrorregime erlangte Karl Jaspers den Ruf, die moralische Stimme eines neuen Deutschlands zu sein. Er lebte und lehrte in Heidelberg, kam aus der Psychiatrie zur Philosophie und leistete den deutschen Beitrag zum damals tonangebenden Existenzialismus. Doch anders als die Franzosen denkt er christlich. Es gebe einen Zusammenhang von Religion und Freiheit, meint er. Denn unsere Freiheit zeige ihre Grenzen gerade in besonderen Situationen, die schicksalhaft über uns kommen: Krankheit, Leid, schwerer Verlust, Tod. Und solche Grenzsituationen bringen uns vor uns selbst, aber sie verstricken uns eben auch in die Frage nach dem letzten Grund unserer eigenen Existenz.

28. Juni
Dr. Fabrizio Brena
Vorgeschichte der Europäischen Union (1945-1957): der lange Weg zu den römischen Verträgen
Nach der beinahe vollständigen Zerstörung Europas infolge des zweiten Weltkrieges entstand allmählich bei Siegern und Besiegten das Bewusstsein, dass eine weitere Fortsetzung der nationalistischen Bestrebungen unrealistisch und kontraproduktiv sein würde. Die europäische Integration sollte unter anderem die Gelegenheit bieten, dem alten Kontinent eine einheitliche Stimme innerhalb des neuen Gleichgewichtes zwischen den beiden atomaren Supermächten USA und Sowjetunion zu gewähren.
Anhand von Zeugnissen und Dokumenten werden die einzelnen Phasen der Entstehung dieses überstaatlichen politischen Gefüges aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt.

19. Juli, 20.00 Uhr
Vera Romeu
Zwischen Reaktion und Abstraktion: Die Kunst der Nachkriegszeit
1945 stellte sich für die Maler der Avantgarde die Frage, wie es mit der Kunst weitergehen sollte. Das Malverbot der Nazis war zwar aufgehoben, doch hatten die Maler über die langen dunklen Jahre den Anschluss an die internationale Szene verloren. Die deutschen Grenzen waren geschlossen; eine Fahrt nach Paris zu den Kollegen war nicht möglich. Im Alltag der ausgebombten Städte herrschte Armut und Entbehrungen; da war kaum Platz für Inspiration. Zudem entwickelte sich eine scharfe Kontroverse zwischen rückwärtsgewandten konservativen Kräften und der Avantgarde. Willi Baumeister und Ottomar Domnick verteidigten öffentlich und vehement die Erneuerung der Malerei und wandten sich definitiv der Abstraktion zu. Mit der ersten Teilnahme an der internationalen Ausstellung der Abstraktion 1948 in Paris und mit der anschließenden Wanderausstellung französischer abstrakter Werke in Deutschland begann eine neue Zeit.
Vera Romeu, die Leiterin der Sammlung Domnick, führt die Teilnehmer(innen) vor Ort in diese spannende Umbruchsphase ein und veranschaulicht die Entwicklung anhand von originalen Dokumenten und Werken aus dem Archiv der Sammlung Domnick.
(Ort: Sammlung Domnick, Oberensingen)




Kursort

Raum 202

Kirchstraße 23
72622 Nürtingen

Kursort

Oberensinger Höhe

Oberensinger Höhe 4
72622 Nürtingen

Termine

Datum
10.05.2021
Uhrzeit
20:00 - 21:30 Uhr
Ort
Kirchstraße 23, Nürtingen, Schloßbergschule, Raum 202
Datum
14.06.2021
Uhrzeit
20:00 - 21:30 Uhr
Ort
Kirchstraße 23, Nürtingen, Schloßbergschule, Raum 202
Datum
28.06.2021
Uhrzeit
20:00 - 21:30 Uhr
Ort
Kirchstraße 23, Nürtingen, Schloßbergschule, Raum 202
Datum
19.07.2021
Uhrzeit
20:00 - 21:30 Uhr
Ort
Oberensinger Höhe 4, Nürtingen, Sammlung Domnick, Oberensinger Höhe