/ Kursdetails

182-11206 "Weiter so ist keine Option". Herausforderungen an die Agrarpolitik im 21. Jahrhundert

Beginn Mi., 30.01.2019, 19:00 Uhr - Mi., 30.01.2019, 20:30 Uhr
Kursgebühr 8,00 €
Dauer 1 Termin
Kursleitung Benedikt Haerlin

Zehn Jahre ist es nun her, dass über 400 Wissenschaftler aus aller Welt unter dem Titel „Agriculture at a Crossroads“ (Landwirtschaft am Scheideweg) ihre Bestandsaufnahme zur globalen Landwirtschaft und deren Herausforderungen in den kommenden 50 Jahren veröffentlichten. „Weiter wie bisher ist keine Option“, lautete das Resumee dieses Weltagrarberichts, der im Auftrag der Vereinten Nationen und der Weltbank verfasst wurde. Der 2000 Seiten starke Bericht konstatiert massive Ungleichheiten in der Entwicklung und bei der der Verteilung von Nahrungsmitteln: während weltweit über 800 Millionen Menschen hungern, leiden rd. 1,5 Milliarden Menschen an den Folgen von Übergewicht und Fettleibigkeit. Er prangert die Verschwendung und den Missbrauch natürlicher Ressourcen an: weniger als die Hälfte der Getreideernte dient noch als Lebensmittel, der Rest wird zu Tierfutter, Sprit und Industriestoffen verarbeitet, rund 30 Prozent der Nahrungsmittel verderben oder landen in der Mülltonne. Schließlich konstatiert er, dass die Landwirtschaft ein maßgeblicher Verursacher (und Betroffener) des Artensterbens und des Klimawandels ist. Deshalb fordert der Weltagrarbericht einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft. Den Konzepten der industriellen Landwirtschaft stellt er u.a. die Förderung kleinbäuerlicher lokaler Strukturen und die Ausdehnung der ökologischen Landwirtschaft und agrarökologische Forschung und Entwicklung entgegen.
Doch wie sieht die Situation heute, zehn Jahre später, aus? Ist die Agrarpolitik der Europäischen Union, sind die Industrienationen weltweit, diesen Empfehlungen gefolgt? Oder bestimmt das „Weiter so“ immer noch ihr Handeln? Welche positiven Entwicklungen und Ansätze gibt es inzwischen und wie kann die Landwirtschaft den Herausforderungen der Zukunft begegnen? Was können wir alle dazu beitragen?
Benedikt Haerlin vertrat von 2003 bis 2008 die nordamerikanischen und europäischen Nichtregierungsorganisationen im Aufsichtsrat des Weltagrarberichts. Seit 2002 leitet er das Berliner Büro der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und betreibt dort Agrar- und Saatgutkampagnen, eine deutsch/englische Webseite über den Weltagrarbericht sowie das Projekt „Weltacker – 2000 m² für alle“. Haerlin war Mitglied des Europäischen Parlaments und arbeitete als Publizist und Journalist u.a. bei der „Tageszeitung“ in Berlin. Er hat in Tübingen und Berlin Philosophie und Soziologie studiert und ist 1957 in Stuttgart geboren.




Kursort

Panoramasaal

Heilig-Kreuz-Straße 2-4
72622 Nürtingen

Termine

Datum
30.01.2019
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Heilig-Kreuz-Straße 2-4, Nürtingen, Stadthalle K3N, Panoramasaal